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Keine nachhaltige Beseitigung der Giftpflanze Riesenbärenklau im ehemaligen Sperrgebiet

Als Dauerthema ohne Aussicht auf Erfolg muss man die Ausbreitung der
sogenannten invasiven gebietsfremden Pflanzenart „Riesenbärenklau“ bezeichnen.
„Ein Kabinettsbeschluss der rot-rot-grünen Landesregierung zur pauschalen Aufhebung des Betretungsverbotes durch Berechtigte ist nach wie vor nicht in Sicht. Eine nachhaltige koordinierte Beseitigung der Giftpflanze in diesem speziellen Bereich ist somit unmöglich“, kritisiert Landtagsabgeordnete Beate Meißner nach der Antwort auf ihre neueste kleine Anfrage zu diesem Thema.

Seit Mitte 2016 wird nun schon in mehreren Schreiben der Abgeordneten an das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz auf das Problem der ungehinderten Ausbreitung dieser gefährlichen Pflanze hingewiesen und um einen Lösungsansatz gebeten. Eine Beräumung der bis zu fünf Meter hoch wachsenden phototoxischen Plfanze wird u.a. verhindert durch das immer noch vorhandene Zutrittsverbot wegen erhöhten Restrisikos durch Sprengmittel entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Zu einer abgestimmten Aktion, wie durch Ministerin Siegesmund in einem Schreiben vom Dezember 2017 an die Abgeordnete in Aussicht gestellt, kam es bisher nicht. Auch der von der Ministerin in Aussicht gestellte Kabinettsbeschluss lässt weiter auf sich warten.

Eine nunmehr erfolgte Kleine Anfrage der Landtags-abgeordneten Beate Meißner an die Landesregierung hinsichtlich oben genannter Thematik brachte folgendes Ergebnis: Während sich Kommunen und zuständige Behörden länderübergreifend mit dieser Thematik beschäftigen und nach Lösungsansätzen suchen, seien ihnen doch im Bereich der Flächen, die mit Betretungsverbot wegen geringem Risiko durch Antipersonenminen
versehen sind, die Hände gebunden. Sicher ist das Problem der Ausbreitung kein alleiniges Problem des Landkreises Sonneberg. Vorkommen dieser Pflanze gibt es thüringenweit und darüber hinaus. Laut Auskunft der Ministerin Anja Siegesmund wird momentan durch das Bundesamt für Naturschutz in Zusammenarbeit mit den Bundesländern ein Managementblatt erarbeitet, welches allerdings keine fleckendeckende Bekämpfung aller invasiver Pflanzenartenvorsieht, also auch nicht des Riesenbärenklaus. Man baue hier mehr auf Einzelfallentscheidungen in Abwägung der Verhältnismäßigkeit von Kosten und Nutzen.

Unstrittig ist für Meißner, dass die bisherigen Methoden (regelmäßiges Mulchen vom Kolonnenweg aus) zur Eindämmung der Riesenbärenklaubestände führen, eine ursächliche Beseitigung dadurch allerdings nicht gegeben ist.
„Ein effektiver Einsatz genehmigungspflichtiger Herbizide in den mit Betretungsverbo ausgewiesenen Gebieten ist aus meiner Sicht zur nachhaltigen Bekämpfung unerlässlich. Hier ist die Landesregierung gefordert, endlich die rechtlichen Rahmenbedingungen zum Handeln für die Behörden und Eigentümer vor Ort zu schaffen“, so Beate Meißner abschließend.

30.08.2018

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