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Lehrermangel – Meißner sieht an der Staatlichen Berufsschule Sonneberg dringenden Handlungsbedarf

Beim Tag der offenen Tür am 4. März 2017.

Eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Beate Meißner an die Landesregierung offenbart eine eklatante Lehrerunterversorgung an der Berufsbildenden Schule Sonneberg (SBBS). „Die rot-rot-grüne Landesregierung müsse dringend handeln und ihr Versprechen, frei werdende Lehrerstellen neu zu besetzen, einlösen“, so Meißner.

„Ich war schockiert über die negative Entwicklung der Lehrerzahl und die Zugeständnisse, die deshalb zunehmend gemacht werden müssen“, so Meißner. Für sie zeichne sich eine strukturelle Unterversorgung der SBBS ab. Die Daten der Jahre 2013 bis zum jetzigen Schuljahr zeigen, dass es immer mehr langzeiterkrankte Lehrer gibt und dass Abgängen kaum Neueinstellungen folgen. Lediglich ein Lehrer wurde in den letzten vier Jahren eingestellt. Dem stehen 18 Neueinstellungen im gesamten Südthüringer Schulamtsbereich gegenüber.

Gespräch beim Tag der offenen Tür am 4. März 2017.

Aufgefangen wir das Personalproblem durch die Vergrößerung der Kurse und Stundenkürzungen in den betroffenen Fächern. „Die Situation ist nicht neu, spitzt sich aber seit 2014 zu“, sagt Meißner. Im aktuellen Schuljahr wurde beispielsweise in der gymnasialen Oberstufe der Französisch-Unterricht um eine Wochenstunde gekürzt, und Anfänger und Fortgeschrittene seien zusammengelegt worden. In der Berufsfachschule und der dualen Ausbildung wurden Englischstunden gekürzt und das Wahlpflichtfach ganz gestrichen.

Die Landesregierung habe versprochen, frei werdende Lehrerstellen umgehend neu zu besetzten, was hier nicht geschehen sei. Die aktuellen Daten belegen, dass dringender Handlungsbedarf besteht: „Jetzt, wo die Zahlen schwarz auf weiß vorliegen, müssen wir dafür sorgen, dass sich auch etwas ändert. Es mag sein, dass dieses Problem nicht nur die SBBS betrifft – ein Skandal bleibt es aber trotzdem.“

Die Langzeiterkrankungen, die Abgänge und die Anzahl der beamtenrechtlichen Gerichtsverfahren im Südthüringer Schulamtsbereich verdeutlichen, welch hohen Belastungen die Lehrer ausgesetzt sind. Meißner fordert daher, „dass alle Abgänge schnellstmöglich neu besetzt werden, damit die vorhandenen Lehrer entlastet werden der Unterricht vollständig abgedeckt werden kann. Es kann nicht sein, dass wegen der Unterbesetzung die Unterrichtsqualität und -quantität dermaßen leiden muss.“ Zudem stünde so der erfreulicherweise stabilen Schülerzahl eine sinkende Anzahl von Lehrern gegenüber. Auch eine wahrscheinliche Zunahme der Schüler durch Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund könne mit Lehrerunterversorgung nicht kompensiert werden.

„Ich werde im Plenum nächste Woche eine mündliche Anfrage an das Bildungsministerium stellen um zu sehen, wie die Landesregierung diese Situation sieht und vor allem, was sie tun will“, so Meißner abschließend. Die SBBS müsse in Südthüringen auch weiterhin ein wichtiger, nicht wegzudenkender Bestandteil der beruflichen Bildung bleiben. Dies ginge nur, wenn sie auch entsprechend gefördert werde, damit der Unterricht vollständig abgedeckt werden kann.

Hier finden Sie die Antwort der Landesregierung mit allen Daten.