engagiert von Anfang an

Neueinstellungen als Teilerfolg für die Staatliche Berufsschule Sonneberg

Eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Beate Meißner an die Landesregierung hatte im Juni eine eklatante Lehrerunterversorgung an der Berufsbildenden Schule Sonneberg (SBBS) offenbart. Daraufhin fragte sie in der letzten Plenarsitzung bei der Landesregierung nach, wie dieses Problem zeitnah gelöst werden kann. Nun gibt es ein erstes Aufatmen zumindest bezüglich der Personalausstattung.

Nach der Antwort auf ihre schriftliche Anfrage im Juni hatte sich Beate Meißner schockiert gezeigt, dass beispielsweise seit dem Jahr 2011 31 Lehrerabgänge verzeichnet wurden, aber seit 2013 nur eine Neueinstellung erfolgte. Zudem fehlten kontinuierlich Lehrer aufgrund von Langzeiterkrankungen. Ausgeglichen wurde diese Unterversorgung durch die Erhöhung der Kursstärken, Stundenkürzungen und das Zusammenlegen von Kursen verschiedener Niveaustufen – für die Abgeordnete ein untragbarer Zustand.

Daher wandte sich die Sonneberger Abgeordnete mit weiteren Nachfragen an die Landesregierung. In der letzten Plenarsitzung wurde ihre mündliche Anfrage dahingehend beantwortet, dass bei jeder freiwerdenden Stelle die „jeweilige Situation vor Ort und im Schulamtsbereich geprüft“ werde. Nur wenn sich die „Bedarfssituation als prioritär darstellen sollte“, werde versucht, eine Lehrkraft für die Unterrichtsabsicherung einzustellen. Dies sei an der Staatlichen Berufsbildenden Schule in Sonneberg „derzeit nicht angezeigt.“

Die Wahlkreisabgeordnete ließ es dabei nicht auf sich beruhen und hakte weiter nach, welche Neueinstellungen nun konkret für das nächste Schuljahr geplant sind. Darauf teilte nun das Bildungsministerium nachträglich mit einem Brief an Beate Meißner mit, dass zum 3. August eine Lehrkraft unbefristet für die Fächer Gestaltungs- und Medientechnik und Biologie eingestellt wird. Zudem wurde eine Lehrerin für Englisch und Französisch eingestellt, welche eine in Elternzeit befindliche Lehrerin bis Februar 2018 vertritt. Laut Schulamt ist angedacht, ggf. eine weitere unbefristete Stelle im Fremdsprachenbereich auszubringen. „Das sind erfreuliche Nachrichten, die mich darin bestätigen, den Finger in die richtige Wunde gelegt zu haben. Es ist ein guter Schritt auf dem Weg zur vollständigen qualitativen und quantitativen Absicherung des Unterrichts und gegen die Überlastung der engagierten Lehrerinnen und Lehrer am Sonneberger Berufsschulstandort“, so Meißner.

In anderer Hinsicht gibt es allerdings weniger erfreuliche Nachrichten. Dies betrifft die geplante Einführung der Fachrichtung Gesundheit und Soziales im Beruflichen Gymnasium der SBBS, in dessen Rahmen der Schulträger die vorhandenen Kooperationen mit dem REGIOMED-Klinikverbund weiter ausbauen möchte. Laut Bildungsministerium liegt das Konzept vor und wurde bereits besprochen. Aus verschiedenen „schulrechtlichen, personellen und sächlichen Gründen“ greife die Konzeption jedoch nicht. „Der Sonneberger Antrag wurde also schlichtweg abgelehnt“ zeigt sich Beate Meißner enttäuscht. Zwar seien zwei mögliche Optionen angeboten worden, deren Realisierung würde sich aber erheblich schwieriger gestalten.

Zum einen könnte die SBBS lediglich ihr Profil (ohne zusätzliche Lehrkräfte) um die Berufsfelder Gesundheit, Pflege und/oder Sozialwesen erweitern, um dann nach der Etablierung der Grundberufe ein berufliches Gymnasium mit der Fachrichtung Gesundheit und Soziales einzurichten. Zum anderen könnte REGIOMED eine Schule in freier Trägerschaft mit der Schulform „Berufliches Gymnasium“ in der Fachrichtung Gesundheit und Soziales in eigener Regie führen. „Ob nun also ein anderer Weg eingeschlagen wird, muss die SBBS gemeinsam mit dem Schulträger und dem Schulamt entscheiden. Als zuständige Wahlkreisabgeordnete stehe ich aber auch weiterhin hinter dem Konzept und werde mich im Rahmen meiner Möglichkeiten dafür einsetzen“, so die Sonnebergerin abschließend.