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Notrufprobleme, Unfallrisiko und Verkehrsaufkommen – Meißner hakt bei Landesregierung über Landesstraße 1152 zwischen Jagdshof und Schauberg nach

Das Straßenteilstück der Landesstraße (L) 1152 zwischen dem Abzweig Judenbach-Schauberg und dem Dorf Schauberg schloss im Juni 2017 eine letzte Lücke im Straßennetz zwischen Ost und West.  Auf der neugebauten kurvenreichen Strecke gefährdet jedoch vor allem in den Sommermonaten das verkehrswidrige Verhalten Einzelner andere Verkehrsteilnehmer. Weitere ungünstige Bedingungen machen die Strecke zu einem Problemfall in den Augen vieler Bürger. Deshalb wandte sich die Beate Meißner als zuständige Landtagsabgeordnete an das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft.

In einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung thematisierte Meißner außerdem die nicht vorhandene Mobilfunknetz-Abdeckung im Bereich der L1152. „Bei Unfällen mit Verletzten kann man hier keinen Notruf absetzen“, kritisiert die Sonnebergerin. Auch die gestiegene allgemeine Verkehrsbelastung für die Anwohner in der Judenbacher Straße in Jagdshof spricht sie in der Anfrage an. Die Landesregierung sollte sich außerdem zum schlechten Zustand der unausgebauten Bestandsstrecke zwischen dem Abzweig Judenbach-Schauberg und Jagdshof im Gegensatz zur Neubaustrecke äußern. Jetzt erhielt Meißner die Antwort des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft.

Laut Ministerium handelt es sich bei dem Teilabschnitt zwischen dem Abzweig Judenbach-Schauberg und Schauberg nicht um eine Unfallhäufungsstelle. Die meisten Unfälle seien Wildunfälle. Von Seiten der Polizei werde vermutet, dass es auch zu illegalen Motoradrennen gekommen sei, weshalb im vergangenen Jahr verstärkt an den Wochenenden Schwerpunktstreifen erfolgten. Meißner begrüßt, dass ab dem Frühjahr bei Bedarf Absprachen der Polizei mit dem Landesamt für Bau und Verkehr und der Verkehrsbehörde des Landkreises erfolgen sollen, um geeignete Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit abzusprechen.

Dass Unfallbeteiligte im unteren Streckenabschnitt zwischen dem Abzweig Judenbach-Schauberg und Schauberg keine Möglichkeit haben im Notfall Rettungskräfte zu alarmieren, bestätigt das Ministerium. Man vertrete aktiv die Interessen Thüringens auf Bundesebene und sei bemüht, den flächendeckenden Mobilfunkausbau zu beschleunigen. Zudem prüfe die Bundesregierung entsprechend ihrer Mobilfunkstrategie die technischen und rechtlichen Bedingungen für eine zwischenzeitlichen Einsatz alternativer Lösungen wie spezieller Notalarmierungssender. „Diesbezüglich werde ich mich auf jeden Fall noch einmal konkret an die Bundesregierung und unseren zuständigen Bundestagsabgeordneten wenden“, versichert Meißner.

Zur Einschätzung der gestiegenen Verkehrsbelastung durch die Neubaustrecke für die Anwohner der Judenbacher Straße in Jagdshof verweist das Ministerium auf eine Verkehrserhebung, die an der Strecke 2017 erstmals durchgeführt wurde und daher nicht mit dem Verkehr vor dem Bau der Neubaustrecke verglichen werden kann. Das damals festgestellt Verkehrsaufkommen sei „für eine Landesstraße vergleichsweise gering“ gewesen. In diesem Jahr wird es eine erneute bundesweite Erhebung geben.

Seit dem Lückenschluss wurde auch die nicht ausgebaute Kreisstraße zur Landesstraße aufgestuft. Ihr Zustand wurde laut Ministerium 2019 als „schlecht bis sehr schlecht“ bewertet. Trotzdem sei der Streckenabschnitt „aktuell nicht Bestandteil des Landesstraßenbedarfsplans“. Bis zur Durchführung höherwertiger Erhaltungsmaßnahmen werde die Verkehrssicherheit aber „im Rahmen der Straßenunterhaltung gesichert“. Meißner dazu: „Ich sehe gerade den Zustand der alten engen Bestandsstrecke im Kontrast zur Neubaustrecke als gefährlich für Verkehrsteilnehmer an. Ich werde mich dafür einsetzen, dass bei der Fortschreibung der Rahmenpläne des Landesstraßenbedarfsplans für 2021-2025 und 2026-2035 dieser Abschnitt mit aufgenommen wird.“

Text: Moritz Bauer
Foto: Stefan Thomas (camera900)

17.03.2020

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