engagiert von Anfang an

Persönlicher Abschied von einem Traditionsunternehmen

Wer erinnert sich nicht an die kuschligen treuen Begleiter der Kindheit. Sie waren es, die unsere ersten Geheimnisse, unsere Ängste kannten oder uns beim Einschlafen begleitet haben. Unsere Plüsch-Gefährten von einst haben ihren eigenen Charme, dem man sich nur schwer entziehen kann. Genau diesem Charme erlag auch die Landtagsabgeordnete Beate Meißner. Seitdem Sonneberg ihr Wahlkreis wurde, ist ihr die Fa. Günter Steiner GmbH & Co. KG – besser als Plüti bekannt – ein treuer Begleiter in Sachen Plüschtiere. Auf Grund dessen wollte sie es sich auch nicht nehmen lassen, die Inhaber des Traditionsbetriebes vor seiner endgültigen Schließung noch einmal zu besuchen.

Betritt man die Räumlichkeiten der Firma von Cornelia und Hartmut Volkmar spürt man sofort mit wieviel Liebe zum Detail, Herzblut und präziser Handarbeit hier gearbeitet wurde. Eine Vielfalt von ca. 500 tierischen Plüschgefährten wartete hier jahrzehntelang auf ihre neuen Besitzer. Mit Wehmut entschloss sich die Inhaberfamilie Volkmar im letzten Jahr mit der Produktion ihrer weltweit anerkannten Produkte aufzuhören und sich in den wohlverdienten Ruhestand zu verabschieden.

Hartmut Volkmar führte die Landtagsabgeordnete ein letztes Mal durch seine Firma. Es gibt immer noch viel in den nun stillgelegten Produktionsräumen zu entdecken.

Viele schöne Erinnerungen in Wort und Bild zieren die Wände. Große Maschinen, aber auch edle Stoffe und jede Menge liebevoll gefertigte Plüschtiere füllen die Hallen. Besondere Freude bereiten dem Ehepaar die vielen Zuschriften von Kindern, die entweder ein Plüschtier selber stopfen konnten oder eins geschenkt bekommen haben. „Schließlich wohnt hier auch ab und zu mal der Weihnachtsmann“, weiß Herr Volkmar mit einem Augenzwinkern zu berichten.

Auch viele Politiker besuchten im Laufe der Jahre die Plüti. Besonders gern erinnert sich Herr Volkmar an die Grenzöffnung und seine Begegnung mit Peter-Michael Diestel und Wolfgang Schäuble, von der er jetzt nicht nur im Besitz der Autogramme, sondern auch eines Beweisfotos ist. Carl-Heinz Zitzmann – ein bekannter Sonneberger Fotograf – machte ihn darauf aufmerksam und lieferte auch gleich das entsprechende Bildmaterial. Aber auch eine Begegnung mit der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in das Gedächtnis des Spielwarenherstellers eingebrannt. Auch für die Abgeordnete war der Besuch der Bundeskanzlerin im Jahr 2009 ein einprägsames Erlebnis. War sie es doch, die die Einladung an die Bundeskanzlerin persönlich in deren Wahlkreisbüro in Stralsund einsteckte, um sie in ihren Sonneberger Wahlkreis einzuladen. So tauschten sich die Abgeordnete und Cornelia und Hartmut Volkmar noch über die eine oder andere erlebte Anekdote der letzten Jahre aus.

Doch wie schon Hermann Hesse in seinem Gedicht „Stufen“ festgestellt hat, wohnt jedem Anfang auch ein Zauber inne. So hat Familie Volkmar den einen oder anderen Plan, was mit den Produktionsräumen in unmittelbarer Nähe zum Spielzeugmuseum geschehen könnte. Der Verkaufsraum bleibt solange geöffnet, bis auch das letzte Plüschtier einen liebevollen Besitzer gefunden hat. Der Ruhestand ist bei Familie Volkmar jedoch kein Stillstand – das wird beim Besuch der Politikerin sehr deutlich. Es gilt viel Zeit mit der Familie, den Hobbys und neuen Herausforderungen des Lebens zu verbringen.

Wer also noch einen liebevollen Begleiter erwerben möchte, sollte nicht zu lange warten. Ein plüschiger „Golden Retriever“ jedenfalls verließ zusammen mit der Abgeordneten schweren Herzens aber auch voller Freude das Geschäft von Cornelia und Hartmut Volkmar.

12.01.2022

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